Glaukom (Grüner Star)

Augenerkrankung, die irreversible Schädigungen von Nervenfasern zur Folge haben.

Mit der Glaukomvorsorge kann der Grüne Star im Frühstadium erkannt und behandelt werden

Der Grüne Star umfasst eine Reihe von Augenerkrankungen, die unterschiedliche Ursachen haben, aber alle einen Verlust von Nervenfasern verursachen. Dieser Verlust führt zu Gesichtsfeldausfällen, die anfangs kaum bemerkt werden und schleichend zunehmen.

Ein am fortgeschrittenen Grünen Star erkranktes Auge kann erblinden. Deshalb sind ab dem 40. Lebensjahr regelmässige Glaukom- Vorsorgeuntersuchungen empfohlen.

Der Hauptrisikofaktor für einen Grünen Star ist ein erhöhter Augeninnendruck, welcher routinemässig vom Augenarzt untersucht wird und meist sehr einfach gesenkt werden kann. Für die Namensgebung ist der griechische Gelehrte Aristoteles verantwortlich. Chronisch entzündete Augen erschienen ihm grünlich-bläulich (griechisch: glaukos).

Gesunder Sehnervenkopf

Fortgeschrittene Glaukomkrankheit, mit grosser Aushöhlung des Sehnervenkopfes

Ursachen

Der Ziliarkörper im Auge produziert fortwährend Flüssigkeit – das Kammerwasser. Normalerweise halten sich Produktion und Abfluss von Kammerwasser im Gleichgewicht. Wenn der Abfluss des Kammerwassers ungenügend ist, erhöht sich der Augeninnendruck, was dauerhaft zu unwiderruflichen Nervenschädigungen führt.

Verschiedene Faktoren erhöhen das Risiko für einen erhöhten Augendruck:

  • Alter über 65 Jahre
  • Auftreten in der Familie
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Schwere Entzündungen am Auge
  • Kurzsichtigkeit
  • Hohe Weitsichtigkeit
  • Kortisonbehandlungen

Symptome

Leider werden die ersten Zeichen lange nicht wahrgenommen. Ein beginnender, schleichender Gesichtsfeldausfall wird nicht auffällig und manchmal sogar vom Gehirn „ausgefüllt“; oder das gesunde resp. noch nicht erkrankte Auge bereinigt den Gesichtsfeldausfall des geschädigten Auges. Ähnlich verhält es sich mit dem Augeninnendruck. Allmählich steigender Augendruck bleibt schmerzlos und unbemerkt.

Früherkennung

Bei regelmässigen augenärztlichen Kontrollen kann der Augeninnendruck kontinuierlich überwacht werden. Ein wichtiger Bestandteil der Untersuchung beim Augenarzt stellt auch die Beurteilung des Sehnervs dar. Besteht Verdacht auf Glaukom werden in Abhängigkeit der Befunde weitere Tests gemacht. Das Visualisieren der Gesichtsfelder beider Augen ergibt ein objektives Bild des Gesundheitszustands. Weiter sollte eine genaue Untersuchung des Kammerwinkels durchgeführt werden, von wo der Abfluss von überflüssigem Kammerwasser erfolgt. Ist der Kammerwinkel verstopft, steigt der Augendruck. Mit dieser Untersuchung, der sogenannten Gonioskopie können verschiedene Formen des Grünen Stars unterschieden werden.

 

Therapie

In erster Linie soll der Augeninnendruck gesenkt werden. Das wird meistens durch dauerhafte Tropfentherapie erreicht und in regelmässigen Augenkontrollen überwacht. Falls eine medikamentöse Behandlung nicht die gewünschte Drucksenkung erzielt oder nicht vertragen wird, sollte eine chirurgische Behandlung evaluiert werden. Die Therapie richtet sich nach den verschiedenen Formen des Grünen Stars.

Prophylaxe

Leider gibt es keine Vorsorge, welche die Krankheit verhindern kann. Früherkennung ist der einzige Weg, der Glaukomschäden mit Einschränkungen des Gesichtsfeldes und Sehbeeinträchtigung oder gar Erblindung verhindern kann. Eine Glaukom-Vorsorgeuntersuchung wird ab dem 40. Lebensjahr alle drei bis fünf Jahre auch ohne erkennbare Beschwerden empfohlen. Bei Beschwerden oder Risikofaktoren sollte entsprechend häufiger kontrolliert werden.

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